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ADHS/ADS - Eine kleine Einführung

Einführung: Was ist ADHS/ADS?

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) sind neurobiologische Entwicklungsstörungen, die vor allem bei Kindern und Jugendlichen auftreten. Beide Störungen betreffen die Fähigkeit eines Kindes, sich zu konzentrieren, impulsiv zu handeln und den eigenen Aktivitätslevel zu kontrollieren. Während ADHS mit hyperaktivem Verhalten einhergeht, zeigt sich ADS oft eher in einer inneren Unruhe und Konzentrationsstörungen, ohne die typische Hyperaktivität.

Obwohl viele Kinder mit ADHS/ADS Schwierigkeiten im schulischen und sozialen Bereich haben, können sie auch besondere Stärken und Talente entwickeln. Ein besseres Verständnis dieser Störungen und der Umgang mit betroffenen Kindern ist entscheidend für eine erfolgreiche Unterstützung und Integration.

Wenn du weitere Informationen zu spezifischen Lernmethoden und der Förderung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen benötigst, kannst du auf www.pisa-lerntrainer.de nach passenden Kursen und Materialien suchen.

1. Die Symptome von ADHS/ADS

ADHS und ADS können sich auf verschiedene Arten manifestieren, und es ist wichtig, die Symptome zu erkennen, um frühzeitig handeln zu können.

Symptome von ADHS:

  • Hyperaktivität: Kinder mit ADHS haben oft Schwierigkeiten, ruhig zu bleiben, sei es in der Schule oder zu Hause. Sie können ständig zappeln oder sich nicht in den Stuhl setzen.
  • Impulsivität: Es fällt ihnen schwer, zu warten, bis sie an der Reihe sind, und sie neigen dazu, Entscheidungen ohne Nachdenken zu treffen.
  • Konzentrationsstörungen: Die Fähigkeit, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren, ist stark eingeschränkt, was oft zu unerledigten Aufgaben führt.

Symptome von ADS:

  • Konzentrationsprobleme: Kinder mit ADS haben oft Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit für längere Zeit auf eine Sache zu richten, was sich negativ auf ihre schulischen Leistungen auswirken kann.
  • Vergesslichkeit: Häufiges Vergessen von Aufgaben, Terminen oder Besorgungen ist ein weiteres Kennzeichen von ADS.
  • Träumerei: Kinder mit ADS wirken oft "abwesend" oder in Gedanken verloren, was manchmal als Zeichen von Desinteresse missverstanden werden kann.

Für eine genauere Analyse und Diagnostik von ADHS und ADS ist es ratsam, sich an Fachliteratur und Experten zu wenden. Zum Beispiel könnte das Buch "ADHS im Kindesalter" von Dr. med. Andreas P. Röhr eine wertvolle Quelle sein, um mehr über die Symptome und den Umgang mit ADHS zu erfahren.

2. Diagnosestellung und Ursachen

Die Diagnose von ADHS/ADS sollte von einem Facharzt, häufig einem Kinder- und Jugendpsychiater, gestellt werden. Häufig werden die Symptome erstmals in der Schule oder im Kindergarten bemerkt. Um eine Diagnose zu stellen, werden umfangreiche Beobachtungen und Tests durchgeführt, und es wird oft auch der Hintergrund des Kindes berücksichtigt, einschließlich der Entwicklungsgeschichte und des familiären Umfelds.

Die genauen Ursachen für ADHS/ADS sind noch nicht vollständig geklärt, jedoch spielen genetische Faktoren eine wichtige Rolle. Umweltfaktoren, wie z. B. stressige Familiensituationen, ungünstige Erziehung oder frühe Traumata, können die Symptome ebenfalls beeinflussen.

Interessierte können auf der Seite von ADHS Deutschland weitere wissenschaftliche Hintergründe und aktuelle Studien zum Thema ADHS nachlesen.

3. Tipps zum Umgang mit betroffenen Kindern

Der Umgang mit Kindern, die ADHS oder ADS haben, erfordert Geduld, Verständnis und eine angepasste Herangehensweise. Hier sind einige praktische Tipps, die Eltern, Lehrer und Betreuer nutzen können, um betroffene Kinder zu unterstützen.

3.1. Strukturierte Tagesabläufe und klare Regeln

Ein klar strukturierter Tagesablauf ist besonders wichtig für Kinder mit ADHS oder ADS. Sie brauchen feste Zeiten für alle Aktivitäten, um ihre Aufmerksamkeit zu fokussieren und ihre Aufgaben besser zu organisieren.

  • Tägliche Routine: Ein klarer Zeitplan hilft dem Kind, sich sicher zu fühlen und weiß, was als Nächstes kommt. Beginne den Tag immer mit den wichtigsten Aufgaben und baue in regelmäßige Pausen ein.
  • Verhaltensregeln: Klare, einfache Regeln, die sowohl zu Hause als auch in der Schule gelten, geben dem Kind Orientierung. Verwende visuelle Hilfsmittel wie Bilder oder Checklisten, um Regeln verständlicher zu machen.

Weiterführende Literatur: "ADHS verstehen – Ein Ratgeber für Eltern" von Dr. med. Michael Schulte-Markwort bietet praxisnahe Tipps zur Strukturierung des Alltags von Kindern mit ADHS.

3.2. Positives Feedback und Belohnungssysteme

Kinder mit ADHS/ADS haben oft ein geringeres Selbstwertgefühl, da sie sich ständig mit ihren Schwierigkeiten auseinandersetzen müssen. Positive Verstärkung ist daher ein wichtiges Hilfsmittel, um ihr Verhalten zu lenken.

  • Lob und Belohnungen: Lobe das Kind für jede noch so kleine positive Veränderung. Belohnungssysteme, bei denen Kinder für bestimmte Verhaltensweisen Punkte oder Sticker sammeln, können effektiv sein.
  • Stärken betonen: Achte darauf, die individuellen Stärken des Kindes hervorzuheben und ihm die Gelegenheit zu geben, in Bereichen, in denen es gut ist, erfolgreich zu sein.

Zusätzliche Ressourcen: Auf www.pisa-lerntrainer.de können Eltern und Lehrer gezielte Lernprogramme finden, die auf die speziellen Bedürfnisse von Kindern mit ADHS/ADS abgestimmt sind.

3.3. Konzentrationstechniken und Pausen

Für Kinder mit ADHS/ADS ist es oft schwierig, sich längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Es gibt jedoch Methoden, die dabei helfen können, die Aufmerksamkeit zu fokussieren.

  • Kurze Arbeitsphasen: Unterteile Aufgaben in kleine Abschnitte und baue regelmäßig Pausen ein. Zum Beispiel kann eine 10-15-minütige Arbeitsphase mit einer kurzen Bewegungspause von 5 Minuten kombiniert werden.
  • Ablenkungen minimieren: Schaffe eine ruhige und ablenkungsfreie Umgebung, wenn das Kind eine Aufgabe erledigen muss. Musik oder Hintergrundgeräusche können oft als Ablenkung wirken.

Weiterführende Literatur: Das Buch "Konzentration und Aufmerksamkeit stärken" von Barbara Fink gibt wertvolle Einblicke, wie Kinder ihre Konzentration verbessern können.

3.4. Bewegung und körperliche Aktivität

Bewegung ist für Kinder mit ADHS besonders wichtig, da sie helfen kann, überschüssige Energie abzubauen und die Konzentration zu steigern.

  • Regelmäßige Bewegung: Kinder mit ADHS sollten täglich Zeit für körperliche Aktivitäten einplanen. Dies kann Sport, aber auch einfache Aktivitäten wie Spaziergänge oder Fahrradfahren umfassen.
  • Bewegungspausen: Während des Unterrichts oder zu Hause können kurze Bewegungspausen die Konzentration fördern und die Frustration verringern.

Literaturempfehlung: In "ADHS und Bewegung" von Dr. Roland Dürner wird erklärt, wie Bewegung die Symptome von ADHS positiv beeinflussen kann.

3.5. Kommunikation und Unterstützung

Die Kommunikation mit betroffenen Kindern sollte ruhig, respektvoll und klar sein. Es ist wichtig, eine offene und unterstützende Umgebung zu schaffen, in der das Kind sich verstanden fühlt.

  • Klare und prägnante Anweisungen: Vermeide lange Erklärungen und gib klare, einfach formulierte Anweisungen.
  • Regelmäßige Gespräche: Führe regelmäßige Gespräche mit dem Kind über seine Gefühle und Herausforderungen, um Missverständnisse zu vermeiden.

4. Medizinische Behandlungsmöglichkeiten

In vielen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein, um die Symptome von ADHS zu lindern. Es gibt verschiedene Medikamente, die helfen können, die Impulsivität zu verringern und die Konzentration zu fördern.

  • Stimulanzien: Die häufigste Art der medikamentösen Behandlung bei ADHS sind Stimulanzien wie Methylphenidat (Ritalin) oder Amphetamin-Präparate. Diese Medikamente wirken, indem sie bestimmte chemische Botenstoffe im Gehirn beeinflussen.
  • Nicht-stimulanzien: Es gibt auch nicht-stimulierende Medikamente wie Atomoxetin, die als Alternative zu den klassischen Stimulanzien eingesetzt werden können.

Für weitere Informationen zur medikamentösen Behandlung von ADHS/ADS empfehlen wir die Lektüre des Buches "ADHS: Medikamente, die helfen" von Prof. Dr. Wolfgang A. Müller.

5. Zusammenfassung und Ausblick

Die richtige Unterstützung und ein individueller Ansatz sind der Schlüssel, um Kindern mit ADHS oder ADS zu helfen, ihr volles Potenzial zu entfalten. Mit einem strukturierten Umfeld, klaren Regeln, positiven Verstärkungen und regelmäßiger Bewegung können Kinder lernen, ihre Herausforderungen zu meistern und in ihrer Entwicklung zu wachsen.

Für Eltern und Pädagogen ist es wichtig, geduldig und verständnisvoll zu sein, während sie die individuellen Bedürfnisse jedes Kindes berücksichtigen. Der Weg mag herausfordernd sein, aber mit der richtigen Unterstützung und Herangehensweise können Kinder mit ADHS und ADS lernen, erfolgreich zu sein und ihre Talente zu entfalten.

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